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Physische Server haben auch Vorteile - kein Witz!

Norbert Benz    01.03.2016   Virtualisierung, Server


Virtualisierung spart Zeit, Energie, Hardware, Kosten, ist dynamisch und sexy und wer nicht virtualisiert ist eh von gestern. Oder nicht? Es gibt nämlich durchaus Argumente, die für physische Server sprechen.

Virtualisierung gibt es seit 50 Jahren. So richtig in der Breite durchgesetzt hat sie sich aber erst, seit auch kostengünstige Pizzabox-Server genügend Saft haben, um neben dem Hypervisor auch noch ein paar VMs zu beherbergen. Mittlerweile ist sie so verbreitet, dass man den Eindruck hat, physische Server brauche es gar nicht mehr – ausser natürlich als Host des Hypervisor. Fast richtig, aber nicht ganz. Es gibt tatsächlich ein paar Argumente, die auch heute noch für physische Server sprechen:

  • Sicherheit: Physische Systeme können nicht geklont, auf einen USB-Stick kopiert und im Hosensack mitgenommen werden. Sie haben auch kein Isolationsproblem, das bei einer allfälligen Lücke die Sicherheit der Anwendungen kompromittieren könnte.
  • Komplexität: Physische Systeme haben keine Virtualisierungsschicht, die zusätzliche Komplexität in die Umgebung bringt. Sie haben keine Datastore-Volumes/Gastdateisysteme/virtuelle Dateien, die gelöscht/beschädigt/korrumpiert werden können.
  • Leistung: Physische Server stellen ihre gesamten Ressourcen zur Verfügung und müssen nicht auch noch eine Virtualisierungsschicht versorgen. Der Disk I/O physischer Server ist nach wie vor höher als derjenige virtueller Systeme.
  • Aufwand: Der Betreiber physischer Server muss sich kein Wissen zum Betrieb der Virtualisierungsschicht aneignen.
  • Kosten: Physische Server benötigen keine Lizenz für eine Virtualisierungsschicht.

Aber machen wir uns nichts vor: Die Vorteile der Virtualisierung sind so gross, dass physische Server tatsächlich nur noch bei ein paar wenigen Use Cases wirklich Sinn machen. Zum Beispiel bei Perimetersystemen, die eingesetzt werden, um virtuelle Systeme zu schützen, zu überwachen, zu sichern oder um auf sie einzuloggen. Falls nämlich ein Problem mit der Virtualisierungsschicht auftritt und die Perimetersysteme auch betroffen sind, hat man ziemlich verloren.



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