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Ohne Gurt auf der Datenautobahn: Schützen Sie Ihre Identität (Teil 3)

Beat Flachmüller    13.10.2016   security, Wissen


Im letzten Beitrag habe ich die Problematik von vernetzten Haushaltsgeräten beschrieben. Eine weitere Gefahr ist die Offenlegung privater Informationen. Hier ein paar Tipps zum Schutz Ihrer eigenen Person.

Es ist wichtig, die eigenen Daten im Internet zu schützen. Sensible Informationen wie Name, Telefonnummer, Adresse und das Geburtsdatum dürfen nicht an Fremde weitergegeben werden und haben im Netz nichts zu suchen. Die Möglichkeiten des Identitätsdiebstahls haben mit dem Internet deutlich zugenommen. Fremde können nicht nur Ihr E-Mail-Konto, sondern zum Beispiel auch Ihre Facebook-Seite kapern oder in Ihrem Namen über Twitter Nachrichten verbreiten. Auch Ihre Kreditkarte oder Ihr Online-Zugang zur Bank kann in fremde Hände fallen.

Privates sollte privat bleiben

Ich empfehle Ihnen, Ihre eigene Person regelmässig selbst im Internet zu suchen. Am leichtesten geht dies, wenn Sie das an einem öffentlichen PC z.B. in einer Bibliothek machen. So sehen Sie sich aus der Sicht aller anderen Internetbenutzer. Verwenden Sie dazu die Suchmaschinen Google und Bing. Suchen Sie nicht nur nach Ihrem Namen, sondern auch nach Vereinen in denen Sie tätig sind, Restaurants und Hotels die Sie besucht haben, nach Ihrer Telefon- und Handynummer, Ihrer Kreditkartennummer einfach nach allem was Sie nicht jedermann erzählen würden. Überlegen Sie, für wen die aufgefundenen Daten interessant sein könnten. Wie wird ein zukünftiger Arbeitgeber auf die Fotos der letzten feucht-fröhlichen Party mit freizügigen Bildern reagieren? Welche Daten können für gezielte Bombardierung mit Werbung verwendet werden? Womit können Betrüger Ihre Zugangsdaten (Ihr Passwort ist der Name Ihrer Katze) erschleichen? Die Nutzer von sozialen Netzwerken geben viele persönliche Informationen von sich preis. Einem Freund, Partner, Arzt, Psychologen oder Anwalt erzählen wir Vertrauliches. Niemals würde man darüber in der Öffentlichkeit sprechen. Dieser Unterschied muss auch im Internet gemacht werden. Überlegen Sie sich, welche Bilder Sie hochladen, was für Texte Sie posten und welche Kommentare Sie hinterlassen. Mit der Veröffentlichung des eigenen Standorts muss auch vorsichtig umgegangen werden, denn es ist ein Einfaches, ein Bewegungsprofil anzufertigen. Wichtig ist, dass man jeweils die Privatsphären-Einstellung sorgfältig anpasst. Die Voreinstellungen bei Facebook, Google+, Xing, LinkedIn, Skype und allen anderen sozialen Netzwerken sind meist so eingestellt, dass jedermann auf Ihr Profil Zugriff hat. Verwenden Sie sichere Passwörter und für jeden Service ein anderes.

Passwort-Resets haben auch Nachteile

Auch für das E-Mail muss ein gutes, einzigartiges Passwort ausgedacht werden. Sollten Sie ein Kennwort vergessen, z.B. jenes von Facebook oder einem Onlineshop, lässt sich meist ein Passwort-Reset an die E-Mail-Adresse durchführen. Kennt also jemand ihr E-Mail-Passwort, ist es ein Leichtes, auch andere Passwörter neu zu generieren. Auch bei Sicherheitsfragen darf man nicht zu ehrlich sein. Wenn Sie die Lieblingsfarbe angeben müssen, dann können Sie z.B. $Bordeauxrot() anstatt Rot nehmen, denn ein Hacker versucht bestimmt die gängigsten Farben, inklusive Rot, um das Passwort zurückzusetzen. Immer mehr Anbieter unterstützen die viel sichere Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dazu muss man neben dem Passwort meist einen mehrstelligen Zahlencode eingeben. Diesen erhält man per SMS oder über eine Smartphone-App. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bedeutet zwar weniger Komfort, ist aber um ein Vielfaches sicherer. Eine der bekanntesten Angriffsmethoden um an Ihr Passwort zu kommen, geschieht mit Phishing. Dabei erhalten Sie E-Mails oder Telefonate in denen Sie nach persönlichen Informationen gefragt werden.

Schützen Sie Ihre Kreditkartendaten

Viele Online-Shops bieten die Möglichkeit, die Kreditkartendaten zu hinterlegen. Werden Ihre Zugangsdaten gehackt, kann eine fremde Person einen Einkauf mit ihrem Zahlungsmittel tätigen und als Lieferadresse einfach eine Packstation angeben. Verzichten Sie deshalb auf das Hinterlegen der Kreditkartendaten und geben Sie diese bei jeder Bestellung neu ein. Eine weitere Möglichkeit sich bei Kreditkartenzahlungen zu schützen, ist die Verwendung von Prepaid-Kreditkarten. Diese können am Kiosk ohne Antrag erworben und aufgeladen werden. Der Nachteil ist, dass bei jedem Aufladen und für Einkäufe in Fremdwährungen jeweils Gebühren verrechnet werden.

 

Zum letzten Beitrag: Unsichere Haushaltsgeräte