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Nearshore / Offshore / Onshore: Tipps für erfolgreiches Outsourcing

Kaspar Geiser    07.01.2013   Offshore , Nearshore , Onshore , outsourcing


Der Mangel an Fachkräften und die hohen Kosten in der Schweizer IT führen dazu, dass immer mehr Entscheidungsträger das Heil im Ausland suchen. Damit handeln sie sich aber ganz andere und zum Teil noch grössere Probleme ein. Was sind die Fallstricke und wie können sie vermieden werden?

Immer wieder werden Stimmen laut, dass IT Fachkräfte in der Schweiz rar sind. Exponenten aus Politik und Wirtschaft unternehmen viel um den hiesigen Nachwuchs zu rekrutieren und auszubilden. Andere Unternehmen wiederum, versuchen mit Geschäftsmodellen wie Nearshoring oder Offshoring IT Projekte für Schweizer Unternehmen durchzuführen. Egal welches Modell eine Kunde wählt, die Probleme und Fallen von IT Projekten sind eigentlich immer dieselben. Oder doch nicht?

Initialphase: Anforderungen klar definieren

Während einer Ausschreibung oder einem Bieterwettkampf glänzt alles. Jedes Unternehmen stellt die besten Leute, präsentiert begeisternde Prototypen und alle freuen sich auf ein neues Projekt. Hier gilt es als Kunde einen klaren Kopf zu bewahren und trotzdem einen entsprechenden Effort zu leisten, indem man dem potentiellen Anbieter alles bestehende zeigt, seine Wünsche erläutert und seine Erwartungshaltung punkto Zusammenarbeit äussert.

Umsetzung: Kontakt aufrecht erhalten

Während der Realisierung eines Projektes wird es zum Teil ruhig. D.h. Kunde und Realisator sehen und hören sich nur noch punktuell und in kleinen Gruppen. Das muss nichts Schlechtes bedeuten. Um jedoch alle Projektbeteiligten auf dem Laufenden zu halten, empfiehlt es sich, sich regelmässig zu treffen und auszutauschen. Eine geographische Nähe zwischen Kunde, Projektleiter und Key People der Umsetzung erleichtern solche Treffen und generieren keine grossen Logistikaufwände. Sind Teile der Umsetzungstruppe Near- oder Offshore, so stellt dies an den Kunden hohe Anforderungen an das technische Verständnis, da er sich voll und ganz auf die Berichterstattung der lokalen Vertreter verlassen muss bzw. deren Aussagen genauestens beurteilen muss. Sprechen dabei einzelne Teams gar in anderen Sprachen miteinander, so besteht eine erhöhte Gefahr für Missverständnisse.

Wenn’s hapert: Ärmel hochkrempeln

Leider läuft in einem IT Projekt nicht immer alles nach Wunsch. Der Kunde hat neue Anforderungen, der Implementationspartner hat Terminprobleme, die Software hat Bugs. Egal welches Modell im Einsatz ist: wenn’s hapert ist Einsatz gefordert. Seitens Kunde kann dies heissen, noch genauer hinzuschauen, sehr spezifische Fragen zu stellen oder konkrete Resultate zu verlangen. Auch darf der Kunde dabei durchaus über allfällige Kosten mit seinem Lieferanten sprechen. Der Integrator wiederum tut gut daran, die Gefahr zu erkennen und dem Kunden unaufgefordert klare und ehrliche Statements zum Verlauf des Projektes zu liefern. Sind die Teams zudem geografisch nahe beisammen, kann durch ein Zusammenführen der Beteiligten gegenseitiges Schuldzuschieben im Keim erstickt werden. Natürlich gilt auch hier, unterschiedliche Kommunikationssprachen erleichtern die Problemlösung selten.

Fazit: Komplexe Projekte besser Onshore durchführen

Je komplexer ein IT Projekt ist, desto wichtiger sind geographische Nähe, gleiche Sprache und gleiche Kultur aller Projektpartner. Wer eine Vollkostenrechnung macht, wird feststellen, dass die Gesamtkosten eines IT Projektes trotz Near- oder Offshore Leistungen nicht günstiger werden da der Spezifikations-, Test- und Koordinationsaufwand seitens Kunde sehr hoch ist. Für Anbieter von Near- oder Offshore Leistungen gilt wiederum, dass nur wenn die besten Leute als Bindeglied zwischen Kunde und Implementierungsteam agieren, das Projekt gelingt. Diese Leute müssen den Kunden zu 100% verstehen und sein Vertrauen geniessen und müssen bei Problemen während der Umsetzung transparent und ehrlich sein und sollten das gesamte Spektrum vom Business bis zum technischen abdecken können.

Weiterführender Link:
http://www.tagesanzeiger.ch/ipad/wirtschaft/Der-Schweizer-Programmiererbr-ist-ein-Auslaufmodell/story/22623963



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