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Ja, es spielt eine Rolle, wo das Rechenzentrum steht!

   01.12.2016   Cloud, Rechenzentrum, Standort


Mit dem Siegeszug der Cloud scheinen sich Landesgrenzen aufzulösen und der Standort der Hardware scheint keine Rolle mehr zu spielen. Ein paar Punkte sollte man aber doch bedenken.

  • Latenzzeiten: Nach wie vor gelten die Gesetze der Physik: der Übertragungsgeschwindigkeit sind Grenzen gesetzt. Darum bauen zum Beispiel Hochfrequenzhändler ihre Rechenzentren so nahe wie möglich an die Börsen. Latenzzeiten lassen sich reduzieren, wenn man ein CDN nutzt. Das ist aber wieder mit Kosten verbunden.
  • Gesetzgebung: Laschere Datenschutzgesetze in den USA mögen die Kosten tief halten. Wenn sie aber nicht den Gesetzen im Land der Kunden entsprechen, kann man in Teufels Küche geraten. Umgekehrt werden die Anforderungen in der EU demnächst deutlich verschärft (Stichwort GDPR), was die Überarbeitung von Prozessen, Webseiten, Verträgen etc. zur Folge hat.
  • Naturgefahren: Andere Länder, andere Risiken und Schutzmassnahmen. Gerade klassische Offshoring-Länder wie Indien leiden unter schweren Monsun-Unwettern und sind nicht für besonders effektive Schutzmassnahmen bekannt.
  • Distanzkommunikation: Nichts ist so effektiv wie ein persönliches Meeting. Telefonkonferenzen, Skype for Business, Google Hangouts etc. sind schön und gut, aber es geht immer Kontext und Zeit verloren.
  • Arbeitszeiten: Wenn die Hauptnutzungszeit einer Anwendung nicht der Arbeitszeit des Hosters entspricht, landet man im Fall eines Incidents schnell bei einem Pikettdienst. Dieser kann zwar einfache Arbeiten ausführen, aber womöglich komplexere Probleme nicht lösen. Wenn die Beteiligten auf unterschiedlichen Kontinenten arbeiten, wird ausserdem die Organisation von Meetings kompliziert. Bei 9 Stunden Zeitunterschied (z.B. CH – Kalifornien) gibt es eigentlich kein gemeinsames Zeitfenster mehr. Und wenn dann noch jemand aus Asien dabei sein soll, wird die Flexibilität der Teilnehmer arg auf die Probe gestellt.
  • Sprachgrenzen: Englisch mag in vielen Unternehmen Konzernsprache sein. Trotzdem sollte man den Reibungsverlust nicht unterschätzen, wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Ländern in einer Drittsprache verständigen müssen.

Fazit

Dem Kostendruck in der IT kann sich niemand entziehen. Auf den ersten Blick macht eine einfache Massnahme, wie die Migration in eine billige Cloud, darum Sinn. Wer aber ehrlich rechnet, muss die zusätzlichen Kosten berücksichtigen, auch wenn sie versteckt sind oder erst später anfallen. Wer das nicht macht, betrügt sich selbst oder seinen Auftraggeber.

 

Weiteres zum Thema:

Blogbeitrag Die Vorteile der Schweiz



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