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Ohne Gurt auf der Datenautobahn: unsichere Haushaltsgeräte (Teil 2)

Beat Flachmüller    06.10.2016   security, Wissen


Im letzten Beitrag habe ich die Problematik ungepatchter Geräte und wie man sich dagegen schützen kann beschrieben. Ein weiteres Risiko stellen allerdings auch Haushaltsgeräte dar. Hier ein paar Tipps, worauf Sie achten sollten.

Die Digitalisierung macht auch vor medizinischen Geräten nicht halt. Personenwaagen, Fitnessarmbänder und Velocomputer übermitteln die Daten automatisch in die Cloud. Dies mag zwar praktisch sein, Sie geben damit aber sehr persönlichen Daten in fremde Hände. Das Argument "ich habe eh nichts zu verbergen" ist leider die falsche Einstellung. Ihre eigenen Daten können jederzeit auch gegen Sie verwendet werden. Die Informationen können beispielsweise dazu benutzt werden, in Ihrem Namen und auf Ihre Kosten im Internet einzukaufen.

Internetfähige Geräte bergen Gefahren

Über das Internet kann man unterdessen aber auch auf viele Geräte im Haushalt zugreifen oder sie sogar fernsteuern. So können wir prüfen, ob der Roboter-Rasenmäher im Garten seine Runden dreht, können die Rollläden am Haus hoch- und runterfahren, mit der internettauglichen Überwachungskamera irgendetwas Verdächtiges aufzeichnen und so weiter. Dies ist zwar bequem, birgt aber auch Gefahren. Es muss sichergestellt sein, dass Fremde keinen Zugriff auf solche Geräte haben und auch diese müssen regelmässig mit Softwareupdates versehen werden. Zukünftig werden Ihre Daten nicht mehr über einen unsicheren PC gestohlen, sondern über die Webcam, die webtaugliche Kaffeemaschine oder den Kühlschrank. Vor einem Jahr wurde bewiesen, dass es Cyber-Gangstern möglich ist, über WLAN oder DVB-T die Kamera und das Mikrofon eines Smart TV-Gerätes zu kontrollieren. Dadurch ist ein Live-Stream aus Ihrem Wohnzimmer möglich, ohne dass Sie davon Kenntnis haben. Ein paar Vorsichtsmassnahmen für Smart-TV-Geräte finden Sie hier. Überlegen Sie beim Kauf netzwerkfähiger Geräte, ob dies wirklich notwendig oder nur eine Spielerei ist. Die Hersteller solcher Devices machen es den Kriminellen oft zu leicht und diese werden die vielen neuen Möglichkeiten der vernetzten Alltagsgegenstände gerne missbrauchen. Selbst Autos werden immer anfälliger für Hackerangriffe.

Aneignung der nötigen Kenntnisse

Leider fehlen vielen Privatanwendern die wesentlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die bei der Nutzung von Computern und Mobilgeräten, bei der Erstellung und Verwaltung von Dateien, beim Umgang mit Netzwerken und zur Sicherstellung der Datensicherheit erforderlich sind. Das Internet ist zu einem bedeutenden Bestandteil unseres Alltages geworden, hat aber auch viele neue Gefahren gebracht. Bei einem erfolgreichen Angriff können Missetäter dem Computer, Ihnen selbst und sogar Drittpersonen einen grossen Schaden zufügen. Das Bürger-CERT des Deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik informiert und warnt Privatanwender schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computeranwendungen. Registrieren Sie sich hier für den kostenlosen Newsletter. Alle Informationen sind auch für Normalanwender leicht verständlich erklärt.

Für viele Lebensbereiche muss eine Prüfung abgelegt oder ein Training durchgeführt werden. So müssen Sie zum Autofahren eine Autoprüfung absolvieren oder vor dem Kauf eines Hundes einen Sachkundenachweis vorlegen. Für die Benutzung von IT-Geräten und dem Internet wird hingegen Nichts verlangt. Deshalb mein dringender Rat: Eignen Sie sich freiwillig die nötigen Kenntnisse an. Am leichtesten geht dies durch den Besuch einer Schulung und z.B. den Abschluss des Base-Modules von ECDL (European Computer Driving Licence). Nach erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs können Sie die vier ECDL-Tests ablegen und erhalten das international anerkannte Zertifikat ECDL Base.

 

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