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Quereinstieg: Praktikant mit Mitte Vierzig

   20.05.2020   aspectra, Mitarbeiter, Knowhow
Metal Gears | © unsplash.com/@bill_oxford

Von der Industrie in die IT: Ueli Kiefer hat beruflich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ausschlaggebend für diesen aussergewöhnlichen Wechsel waren sein Wissensdurst und ein Angebot von aspectra. Ein Gespräch mit unserem frischgebackenen Projektleiter.


Ueli Kiefer hat von September 2019 bis Februar 2020 ein Praktikum bei aspectra absolviert und ist seither als Projektleiter für Prozessautomatisierung und Wissensmanagement angestellt. Davor war er während 25 Jahren für verschiedene Industriebetriebe tätig. Ueli Kiefer hat einen Master ETH in Betriebs- und Produktionswissenschaften und ein Foundation Degree in Data Science.

Ueli, woher kam deine Motivation, den Umstieg zu wagen?

Ich hatte Feuer für ein Thema gefangen, das ich in meinem damaligen Umfeld nicht genügend vorantreiben konnte. Digitalisierung gewinnt in der Industrie immer mehr an Bedeutung – nicht nur bei den Arbeitsabläufen, sondern auch als Entscheidungsgrundlage. Je komplizierter die Produkte, desto grössere Datenmengen fallen an. Die Potenziale sind enorm. Zur Automation der damit verbundenen Abläufe hatte ich viele Ideen und auch die Unterstützung meines damaligen Arbeitgebers. Wir stellten aber bald fest, dass der Aufwand für die Automatisierung der Produktionssysteme mit einem externen Partner zu hoch sein würde. Ich hätte gerne selbst mehr dazu beigetragen, war aber aufgrund meines IT-Wissensstands im Zusammenhang mit Netzwerken und Netzwerksicherheiten eingeschränkt.

Wie kam die Idee zustande, dieses Wissen bei aspectra zu erlangen?

Kaspar (Geschäftsführer Kaspar Geiser, Anm. d. V.) und ich kennen uns schon seit unserer Lehrzeit. Über das Thema Digitalisierung der Industrie haben wir uns immer wieder unterhalten. Ihm blieb nicht verborgen, dass mein Fachwissen bezüglich Betrieb verschiedener IT-Systeme ausbaufähig war. So haben wir irgendwann die Möglichkeit eines Quereinstiegs diskutiert. Schliesslich machte er mir das Angebot, mir mit einem halbjährigen Praktikum bei aspectra einen Einblick in die IT-Welt der Netzwerksysteme zu ermöglichen. Wir haben vereinbart, am Ende des Praktikums zu schauen, ob und in welcher Form eine Festanstellung für beide Seiten Sinn machen würde.

Was waren deine ersten Schritte als Quereinsteiger bei aspectra?

Neue Mitarbeitende erhalten bei aspectra einen detaillierten Einarbeitungsplan. Um einen möglichst breiten Eindruck zu erhalten, habe ich die Einarbeitungsprogramme für verschiedene Bereiche absolviert. Dabei habe ich Kolleginnen und Kollegen einzelne Tage bis mehrere Wochen lang begleitet. Wenig überraschend zeichnete sich schnell ab, dass ich für den Einstieg in eine fachspezifische Tätigkeit viel mehr Expertenwissen benötige.

Hat dich etwas besonders überrascht?

Die Vielfalt der eingesetzten Werkzeuge für das Aufsetzen und den Betrieb von kundenspezifischen Applikationsumgebungen habe ich in dieser Grössenordnung nicht erwartet. Aus Anwendersicht wirkt es wie eine Handvoll Systeme. Für die Installation und den Betrieb können es, je nach Anforderungen der Kunden, auch mal mehr als fünfzig sein – und diese müssen alle aufeinander abgestimmt und up-to-date sein.

Wie planst du dir das fehlende Wissen anzueignen?

Dranbleiben – ich lerne sehr viel «on the Job» und verstehe Zusammenhänge immer besser. Es passt perfekt, dass ich für Confluence, unserer eingesetzten Software für die Dokumentation und Kommunikation von Wissen, zuständig bin. So komme ich zwangsläufig mit vielfältigen Themen in Berührung und lerne Zusammenhänge besser zu verstehen. Weiterbildungen diskutieren wir ebenfalls.

Führt dich dein Weg zurück in die Industrie, sobald du deinen Rucksack gefüllt hast?

Ich geniesse das Umfeld bei aspectra. Meine Kolleginnen und Kollegen sind sehr ehrgeizig – besonders, was ihr Fachwissen betrifft. Einige arbeiten schon seit Jahrzehnten in ihrem Bereich. Da können Fragen von einem Quereinsteiger manchmal etwas irritierend sein. Ich bin aber davon überzeugt, dass meine Perspektive dem Unternehmen hilft. Wohin mein Weg führt, wird davon abhängen, ob wir bei aspectra mein Wissen aus der Industrie nutzen und in Projekte ummünzen können. Ich bin optimistisch. Denn in meiner kurzen Zeit hier bei aspectra habe ich schon Potenziale und mögliche Learnings für die Industrie ermittelt. Weil ich weiss, wie Kunden aus der Industrie ticken, können wir ihnen einfacher bieten, was sie brauchen. In der IT wie in der Industrie braucht es Leute, die sich emotional Themen annehmen und sie vorantreiben. Das will ich machen.




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