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Ladezeit killt Conversion Rate

   28.01.2013   Performance , Engineering , Connectivity , Ladezeit


Geschäftskritische Anwendungen müssen schnell sein. Schon Ladezeiten über einer Sekunde reduzieren die Conversion Rate um mehr als die Hälfte. Eine Auswahl von Massnahmen, die die Performance einer Site deutlich steigern können.

Die Aufmerksamkeitsspanne der „Digital Natives“ ist notorisch kurz: Lange Ladezeiten lassen die Besucher schnell weiterklicken. Aber wie lange ist „lange“? Offenbar sehr kurz: Walmart untersuchte Anfang 2012, welche Auswirkungen die Ladezeiten auf die Conversion Rate ihrer Besucher hatte. Das Resultat ist ernüchternd: Bereits bei einer Ladezeit zwischen einer und zwei Sekunden reduzierte sich die Conversion Rate um über 60%! Performance ist also (über-)lebenswichtig für eine Website. Aber was kann man tun, um die Ladezeit so kurz wie möglich zu halten? Das optimale Zusammenspiel zwischen Applikation und Infrastruktur macht es aus. Und ein Notfallszenario verhindert im Fall der Fälle grösseren Schaden.

Applikation

Schlank und schnell soll sie sein, die Applikation, doch was heisst das? Ein paar Stichworte:

  • Nicht zu viele Elemente auf einer HTML-Seite laden.
  • Möglichst wenige externe Content Lieferanten anbinden.
  • Externen Content so plazieren, dass die Seite sinnvoll aufbaut, auch wenn er fehlt.
  • Nicht zu viele und komplexe Abfragen aus der Applikation an die DB absetzen.
  • Wo immer möglich Caching einsetzen.
  • Den Cache nur neu bilden, wenn nötig.
  • Session Replikation nur wenn nötig und nur mit robusten und sicheren Tools.
  • User Statistiken nicht über die Shop DB laufen lassen.
  • Indizes bilden, damit Searches schnell ablaufen.
  • Log-Level nicht zu hoch wählen.

Infrastruktur

Does Size Matter? Ja, aber neben leistungsfähigen Servern beeinflussen diverse weitere Faktoren die Performance einer Site:

  • Genügende und burst-fähige Bandbreite ins Internet.
  • Minimale Distanz des Access Points zum Backbone des Providers.
  • Access Provider mit möglichst vielen Endkunden und direkten Verbindungen zu anderen grossen Providern (Schweiz: Swisscom und UPC Cablecom).
  • Für internationale Sites: Einsatz eines Content Distribution Systems (z.B. Akamai oder Amazon CloudFront).
  • Horizontale und vertikale Skalierbarkeit der ganzen Infrastruktur vorsehen.
  • Viele kleine Festplatten bieten kürzere Zugriffszeiten als wenige grosse.
  • Cronjobs wie Backup oder Virenscans ausserhalb der Hauptnutzungszeit durchführen.
  • Infrastruktur auf die Applikation abstimmen (z.B. Multicore-  und Multithreading-Fähigkeit beachten).
  • Hybrides Hosting nutzen (z.B. temporäre Auslagerung bestimmter Funktionen in die Cloud bei einem Hype).

Notfallszenario

Trotz aller Vorkehrungen kann es zu Lasten kommen, die die Site überfordern. In einem solchen Fall dürfen zwei Dinge nicht passieren: Erstens dürfen die aktuellen Benutzer nicht beeinträchtigt werden (z.B. massive Verlangsamung der Site oder sogar Verlust des Warenkorbs). Zweitens dürfen User, die neu auf die Site kommen, keine unendlichen Ladezeiten oder kryptischen Fehlermeldungen erhalten. Hier können ein Session Limiter und eine Page of Last Resort gute Dienste erweisen: Der Session Limiter begrenzt die Zahl der User auf einer Site und leitet die „überzähligen“ Besucher auf die Page of Last Resort. Dort werden die Besucher über den grossen Andrang auf die Site informiert und gebeten, später zurückzukommen.

 

Weiterführender Link:
http://www.webperformancetoday.com/2012/02/28/4-awesome-slides-showing-how-page-speed-correlates-to-business-metrics-at-walmart-com/



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