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Ein Besuch im glänzenden Würfel

Loris Pandiani    19.10.2015   Infrastruktur, Rechenzentrum, Sicherheit


Die Besichtigung eines Rechenzentrums ist eine interessante Erfahrung. Ich durfte einige Mitarbeiter der Aspectra zum sogenannten „Datacube“ begleiten. Welche Eindrücke und Erfahrungen ich dort sammeln konnte, möchte ich in diesem Blog wiedergeben.

Unsere Reise führte uns nach Münchenstein (BL). Die Zeit im Zug wurde intensiv genutzt und ich erhielt einen kurzen Crash-Kurs in Sachen Data Centers. Das war sehr interessant für mich, da ich als Praktikant im Kommunikationsbereich beispielsweise noch nie etwas von Tier Levels gehört hatte (für alle, denen das gerade auch so geht, findet sich eine kleine Hilfe unter den weiterführenden Links). In Münchenstein steht der „Datacube“, das modernste Rechenzentrum der Schweiz, welches dieses Jahr im April eröffnet wurde. Es ist im Besitz der Quickline und verfügt nach deren Angaben über höchste Performance- und Sicherheitslevel. Davon wollten wir uns überzeugen.

Imposant und glänzend

Bei der Quickline angekommen, erhielten wir zunächst eine kurze Einführung mit den wichtigsten Fakten zum Datacenter. Hier auch für Sie eine kurze Zusammenfassung: Der „Datacube“ erfüllt die Anforderungen des Tier Level 3. Er bietet bis zu 10 KW/qm Leistung, 2‘500qm netto Datencenterfläche, sowie einen Energieeffizienzfaktor (PUE) von 1.24. Im Anschluss begann die Führung durch das Rechenzentrum. Auf mich wirkte dieses bereits von aussen imposant mit seiner glänzenden Fassade. Bevor wir das Gebäude betraten, beschrieb unser Führer einige Risikoszenarien für das Data Center und wie man mit solchen Situationen umgehen würde. So verfügt der „Datacube“ beispielsweise über eine redundante Stromversorgung. Es führen zwei verschiedene Stromleitungen hinein und selbst wenn beide ausfallen sollten, besteht noch die Möglichkeit, Strom mittels Dieselmotoren für 5 weitere Tage zu erzeugen.

Im Innern des Würfels

Inwendig wirkte das Gebäude auf mich zunächst nicht so, wie ich mir ein typisches Rechenzentrum vorgestellt hatte. Keine kahlen Betonwände an denen überall Überwachungskameras installiert sind. Stattdessen fanden wir einen Eingangsbereich mit Seminarräumen, einer kleinen Küche und einem Aufenthaltsraum vor. Danach ging es ins Herz des „Datacubes“. Um hinein zu gelangen braucht man einen Badge, klar was sonst? Das ist aber nicht alles. Um die Sicherheit zu gewährleisten, greift Quickline auf die neuste Technologie zurück, auf Handvenen-Scanner. Dabei muss die gescannte Hand durchblutet sein, damit man Zugang erhält. Wieso das wichtig ist, muss ich Ihnen wohl nicht erklären; wir haben vermutlich alle schon Action-Filme gesehen. In solchen Situationen überlegt man sich meist sofort, ob man das System irgendwie umgehen könnte. Man könnte ja beispielsweise jemanden mit sich hineinnehmen. Aber auch dagegen wurde vorgesorgt. Nach dem Scan gelangt man nämlich in eine Schleuse in der ein 3D-Scanner angebracht ist. Dieser analysiert, ob wirklich nur eine Person im Raum steht und gibt erst dann die zweite Tür frei.

Das Herz

Der Hauptteil entsprach dann schon eher meinen Erwartungen. Graue, verwinkelte Gänge in denen sich Tür an Tür reiht. Der eigentliche Serverraum war leer, da der „Datacube“ noch nicht lange in Betrieb ist. Ich konnte trotzdem eine gute Vorstellung davon bekommen, welche Menge an Servern dort vermutlich einmal stehen wird. Beeindruckend waren auch die riesigen Ventilatoren, die zur Kühlung der Server verwendet werden. So ist es erst ab einer Aussentemperatur von 25 Grad nötig, diese mittels Ammoniak zu kühlen. 

Fazit

Neben sehr vielen Informationen, die ich zugegebenermassen nicht immer ganz verstanden habe, kristallisierte sich für mich vor allem eines heraus: Ein Rechenzentrum muss minutiös geplant werden. Es reicht nicht, wenn man einfach die Sicherheit garantieren kann und für alle möglichen Szenarien gewappnet ist. Vielmehr ist auch die Umweltfreundlichkeit ein wichtiger Faktor. Deshalb wird geschaut, dass jede Art von Energie möglichst effizient genutzt wird, wodurch man die Umwelt schont und gleichzeitig Kosten einspart.

Umweltfreundlich liessen wir schlussendlich auch den glänzenden „Datacube“ hinter uns, nämlich mit dem Zug.

 

Weiterführende Informationen

IT-Business: Von Tier 1 bis Tier 4

Quickline: Datacube



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